Swipen

Nach dem Lesen des Texts weißt du, was Swipen ist und wie Swipen bei Tinder funktioniert. Außerdem erfährst du, warum Swipen bei Dating-Apps oft frustrierend ist. Zum Schluss zeigen wir dir, was du gegen diesen Frust machen kannst, um Swiping-Apps besser nutzen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Swipen?

Swipen bezeichnet eine Wisch-Bewegung nach links oder rechts auf dem Touchscreen eines Smartphones. Erfunden wurde das Swipen von der Firma "Swype". Am bekanntesten ist das Swipen bei Dating-Apps wie Tinder, wo ein Swipe nach links ein Dislike sendet und ein Swipe nach rechts ein Like.[1]

Wie funktioniert Swipen bei Tinder?

Anders als bei Singlebörsen wie LoveScout24 oder Parship präsentiert dir Tinder nur ein Single-Profil nach dem anderen. Um das nächste Profil ansehen zu können, musst du also zwingend eine Entscheidung zum aktuellen Profil treffen. So sieht das Swipen bei einem Tinder-Profil aus:[2][3][4]

Tinder Swipen

Swipen nach rechts

Gefällt dir ein Profil, wischst du nach rechts. Drücke alternativ auf das grüne Herz. Damit signalisierst du dem anderen Single Interesse und gibst ihm ein Like. Wenn er dich auch likt, kommt es zu einem Match und ihr könnt euch beide schreiben. Die einzige Ausnahme gibt es mit dem kostenpflichtigen "Tinder Platin"-Abo, wo ihr euch auch ohne Match schreiben könnt. Du kannst deine vergebenen Likes im Nachhinein noch ansehen.

Hinter den Kulissen von Tinder passiert aber noch mehr, wenn du mit dem Finger nach rechts swipest: Der Tinder-Algorithmus registriert, dass du diesen Single positiv bewertet hast. Das erhöht das interne "Ranking" dieses Singles bei Tinder. Je mehr Leute diesen Single gelikt haben, desto attraktiver ist er aus Sicht von Tinder, und desto häufiger wird er anderen Usern angezeigt.

Swipen nach links

Gefällt dir ein Profil nicht, wischst du nach links. Drücke alternativ auf das rote Kreuz. Damit vergibst du ein Dislike. Hast du das kostenpflichtige "Tinder Plus"-Abo oder höher, kannst du ein Dislike über den runden Pfeilkreis-Button rückgängig machen. Anders als bei Likes siehst du in deinem Profil aber nirgendwo, wem du schon ein Dislike gegeben hast. Ohne "Tinder Plus" hast du also keine Chance, diesen Single noch mal wiederzusehen.

Manche Singles werden dir trotz Dislikes mehrfach angezeigt. Das kann passieren, wenn sie sich einen neuen Account registrieren oder wenn Tinder der Ansicht ist, dass ihr beide gut zusammen passen würdet. Genauso wie bei Likes haben auch Dislikes Folgen: Bis auf wenige Ausnahmen siehst du den anderen Single nicht wieder, und auch sein Ranking bei Tinder sinkt.

Mit jedem Dislike sorgst du also dafür, dass die Dating-Chancen des anderen Singles schlechter werden. Der Tinder-Algorithmus sagt sich: Wenn sehr viele User ein Profil nach links geswipet haben, dann ist es wohl unattraktiv. Deshalb zeigt Tinder dieses Profil dann in Zukunft immer seltener anderen Usern an. Das klingt hart, aber so funktioniert leider das Prinzip der Swiping-Apps.

Warum ist Swipen oft frustrierend?

Es gibt mehrere Gründe, warum Swipen oft frustrierend ist:

1. Du kannst dir keinen schnellen Überblick verschaffen

Bei klassischen Singlebörsen siehst du mehrere Singles auf einmal und kannst schnell über viele Profile scrollen. Bei Tinder & Co. musst du jedes Profil einzeln durchgehen. Bei Millionen von Profilen kann es sehr lange dauern, bis du dir alle Profile angeschaut hast.

2. Du kannst Leute nicht leicht wiederfinden

Hast du jemanden im echten Leben gesehen und möchtest ihn auf Tinder wiederfinden? Das ist leider sehr schwer. Du kannst nicht einfach den Wohnort eingeben und schnell über die Ergebnisse scrollen. Du musst im schlechtesten Fall erst alle anderen Profile einzeln durchgehen, bis du die Person findest. Und selbst dann kann es dir passieren, dass du die Person nicht findest: Ist sie gerade im Urlaub, wird sie nicht an ihrem normalen Wohnort angezeigt, sondern an ihrem Urlaubsort.

3. Du musst sofort eine "Ja oder Nein"-Entscheidung treffen

Klar gibt es Fälle, wo du dich sofort in jemanden verknallst. Dann ist das Like leicht vergeben. Auch in Fällen, wo dir ein Profil eindeutig nicht gefällt, ist das Dislike schnell verteilt. Es gibt aber sehr viele Profile in der Mitte, wo du dir sagst "Könnte interessant sein, bin aber noch nicht sicher".

Tinder zwingt dich aber zu einer sofortigen Entscheidung. Es gibt weder einen Überspringen-Button noch eine Favoriten-Liste, um Leute für später zu speichern, ohne ihnen per Like Interesse signalisieren zu müssen. Das führt dazu, dass du Leute vorschnell aussortierst oder durch Likes schnell in langweiligen Unterhaltungen landest.

4. Du siehst Profile von Touristen, die eigentlich am anderen Ende der Welt wohnen

Eigentlich ist das eine coole Funktion, dass du auch Touristen kennenlernen kannst, die gerade in deiner Stadt Urlaub machen. Wenn du aber eine Beziehung suchst, ist das ärgerlich, wenn du dutzende Profile von Touristen durchklicken musst.

Grund: Wenn du in München wohnst und das Profil eines Touristen aus Thailand siehst, der gerade in München Urlaub macht, wie wahrscheinlich ist da eine Beziehung? Eben. Nicht sehr wahrscheinlich, denn dafür müsste einer von euch beiden ans andere Ende der Welt ziehen.

5. Du siehst Singles mit inkompatiblen Beziehungs- oder Kinderwunsch

In deinem eigenen Profil kannst du detailliert angeben, dass du z. B. nur eine feste Beziehung suchst, aber auf gar keinen Fall Kinder haben möchtest. Und was bringt dir das? Leider nichts. Tinder nutzt diese Information, wenn überhaupt, nur sehr spärlich.

Du siehst trotzdem massenhaft Profile mit inkompatiblen Eigenschaften, in unserem Beispiel also auch Leute, die nur One-Night-Stands suchen bzw. auf jeden Fall Kinder haben möchten. Klassische Singlebörsen haben Filterfunktionen, um solche unpassenden Singles aussortieren zu können.

6. Swipen ist sehr ermüdend

Je weniger attraktive Profile du siehst, desto ermüdender ist das Swipen: Du musst Dutzende langweilige Profile nach links swipen, bis mal wieder ein spannendes Profil kommt. Für unseren Kopf ist dieses ständige Bewerten von Bildern und Personen in Sekundenbruchteilen sehr anstrengend. Wenn du eine Stunde lang geswipet hast, ist dein Kopf oft richtig platt.

7. Du verpasst leicht den richtigen Single

Wenn du dich schon daran gewöhnt hast, das fast keine spannenden Profile zu sehen sind, ist das Risiko groß, dass du bei einem spannenden Profil versehentlich zu schnell nach links swipest. Ohne Tinder Plus ist dieses Profil dann für immer verloren.

8. Viele oberflächliche Profile

Falls du zu den Menschen gehörst, die nicht nur nach äußeren Kriterien entscheiden, ob sie Interesse an einer Person haben, sind Swiping-Apps oft frustrierend: Die Profiltexte und weiteren Profilinhalte sind oft nur spärlich ausgefüllt: Was sagt es aus, wenn im Profil steht, dass der andere als Hobbys "Freunde treffen", "Musik", "Kino" und "Sport" hat? Das trifft auf die meisten Menschen zu und ist null aussagekräftig.

Du hast dann nur die Wahl, die Person trotzdem zu liken und im Chat dann oft festzustellen, dass die Person tatsächlich so langweilig ist wie das Profil befürchten ließ. Oder du gibst ein Dislike und suchst weiter nach Leuten, die aussagekräftigere Infos über sich selbst im Profil haben.

Wie nutze ich Swiping-Apps am besten?

Wende diese Tipps an, um auf Swiping-Apps mehr Erfolg zu haben:

1. Fülle dein Profil vollständig aus

Das klingt selbstverständlich, trotzdem machen es nur wenige. Vor allem mit dem Profiltext kannst du dich besonders gut von anderen Singles abheben. Fülle auch die anderen Profilfelder wie "Kinderwunsch", "Beziehungswunsch", "Rauchstatus", "Wohnort" usw. aus. Und wähle beim Feld "Interessen" keine Allerweltsthemen wie "Kino", "Musik", "Essen", sondern nimm konkretere Aussagen zu deinen Interessen. Bsp. "Geisterfilme", "Backpacking", "BTS", "Koreanisches Essen".

2. Nutze unterschiedliche Fotos

Viele User haben zwar mehrere Profilfotos, aber immer nur eine Variation desselben Selfies. Besser ist es, wenn du möglichst unterschiedliche Fotos verwendest. Neben einem Portrait von vorne solltest du auch Fotos nehmen, die dich bei deinen Hobbys zeigen.

Aktiviere außerdem in den Profileinstellungen die Tinder-Funktion "Smart Photos". Damit rotiert Tinder automatisch alle deine Fotos und zeigt das Foto am häufigsten an, das für die meisten Likes sorgt. Das ist wichtig, weil viele User nur nach dem ersten Foto urteilen und sich weder weitere Fotos noch den Profiltext ansehen.

3. Lass dir mehr Zeit

Profile, die du auf den ersten Blick eindeutig nicht magst bzw. Profile, die dich begeistern, kannst du weiterhin schnell bewerten. Lass dir aber mit den Profilen "in der Mitte" mehr Zeit. Schau dir in Ruhe die weiteren Profilfotos an, scrolle durchs Profil und überlege, ob das Profil interessant genug für ein Like ist.

Viele Tinder-User haben z. B. ihren Lieblingssong über Spotify verknüpft. Hör dir den Song an. Selbst wenn du den Musiker und die Musikrichtung nicht kennst oder sonst nicht hörst, vielleicht findest du den Song ja trotzdem cool. Tinder-Profile sind zwar oft wirklich nicht detailliert, wenn du dir mehr Zeit lässt, kannst du aber trotzdem mehr rausfinden.

4. Schau dir die Social-Media-Profile der Person an, bevor du ein Like/Dislike gibst

Viele Tinder-User haben ihren Instagram-Account im Profil angegeben. Dort findest du noch viel mehr Fotos und kannst dir einen Eindruck vom Leben der Person machen. Klar, auf Instagram ist vieles auch inszeniert, trotzdem kriegst du so einen besseren Eindruck, als wenn du dir nur das Tinder-Profil anschaust.

Du kannst auch schauen, ob du die Person auf Facebook findest, wenn du ihren Vornamen und Wohnort angibst. So kannst du noch mehr erfahren. Ziel: dass du genug Infos zusammen hast, um entscheiden zu können, ob sich ein Like lohnt. Wenn du dir pro Like mehr Zeit lässt, reduzierst du deutlich das Risiko, am Ende viele langweilige Chats führen zu müssen.

5. Teste Swiping-Alternativen

Wenn dich Swiping-Apps wie Tinder trotzdem auf Dauer frustrieren und keine Erfolge bringen, musst du etwas anderes machen. Schon Albert Einstein wusste: „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ 😉 Also teste auch "normale" Singlebörsen, Partnerbörsen und auch das klassische Offline-Dating in Discos, Flirt-Cafés usw.

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Swype
  2. https://www.netzwelt.de/abkuerzung/191847-bedeutet-swipe-bedeutung-verwendung.html
  3. https://www.giga.de/artikel/was-bedeutet-swipen-bei-tinder-und-co./
  4. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/swipen-matchen-treffen-wie-tinder-das-liebesleben-von-millionen-verandert-hat-8628673.html

Bildquellen

  • Swipen bei Tinder: Flirtfuchs / Tinder
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